Grundlagefächer
Lernen ist die Kernaufgabe eines Gymnasiums. Die Grundlage einer schweizerischen Matura ist eine umfassende Allgemeinbildung, die – wie der Name schon sagt – primär in den Grundlagenfächern vermittelt wird.
Darüber hinaus fördern wir im Hinblick auf die Studierfähigkeit das Denken in komplexen Zusammenhängen, die Fähigkeit zum Lösen von Problemen sowie Kreativität und soziales Verhalten.
Die folgenden Grundlagenfächer werden in allen vier Jahren auf der MAR-Stufe und im Untergymnasium unterrichtet:
Deutsch, Französisch, dritte Sprache (Englisch, Latein oder Italienisch), Mathematik, Biologie, Physik, Chemie, Geografie, Geschichte, Einführung in Wirtschaft und Recht (2. Klasse MAR), Bildnerische Gestaltung oder Musik (wahlweise).
Die gründliche Auseinandersetzung mit Sprache als Erkenntnismittel, Kommunikationsmittel sowie Kunst- und Spielmittel fördert die Sprachkompetenz der Schülerinnen und Schüler in einem umfassenden Sinn.
Das Fach Deutsch trägt somit bei zur Entwicklung einer weltoffenen, selbst- und umweltbewussten Persönlichkeit. Die Entwicklung der Sprachkompetenz ist ein lebenslanger Prozess. Der Förderung der muttersprachlichen Kompetenz kommt nicht nur im Fach Deutsch zentrale Bedeutung zu; sie ist interdisziplinäre Aufgabe aller Fächer.
Die umfassende Kompetenz in der Muttersprache ist zentrale Voraussetzung, um ein Studium an der Universität oder an Fachhochschulen erfolgreich absolvieren und verantwortungsvolle gesellschaftliche Aufgaben übernehmen zu können.
Die Beschäftigung mit Fremdsprachen fördert das logische Denken und trägt somit zu den Grundlagen für wissenschaftliches Arbeiten bei.
Der Französischunterricht soll ebenso das Verständnis für die poetischen und ästhetischen Dimensionen der Sprache wecken.
Fachlich sind die Anforderungen der Universitäten, um ein Romanistikstudium aufzunehmen, das Minimalziel.
Regelmässige Lernkontrollen beziehen wenn möglich nicht nur fachliche, sondern auch soziale und persönliche Kompetenzen in die Beurteilung ein.
Englisch
Freude und Selbstvertrauen im Umgang mit der englischen Sprache werden durch die Auseinandersetzung mit literarisch, kulturell, landeskundlich und politisch bedeutsamen Inhalten geweckt.
Die mündliche und schriftliche Beschäftigung mit der Sprache führt zur Genauigkeit im Denken und Klarheit im Ausdruck.
Schülerinnen und Schüler können Englisch wirksam und flexibel im gesellschaftlichen und beruflichen Leben oder in der Ausbildung gebrauchen.
Indem der Englischunterricht immer wieder themenzentriert arbeitet, leistet er Grundlagenarbeit für den interdisziplinären Unterricht.
Latein
Fachlich sind die Anforderungen, welche die Universitäten für Studien mit Lateinobligatorium verlangen, unser Minimalziel. Zusätzlich stellen wir ein Transferwissen für verschiedenste andere Fachbereiche bereit.
Mit der Schulung genauen analytischen Denkens wird der Zugang zu einer wissenschaftlichen Arbeitsweise erleichtert.
Stetes und dadurch nachhaltiges Lernen steht anstelle eines kurzfristigen Gedächtnistrainings.
Durch die Anwendung verschiedenster Methoden im Unterricht werden die Lernenden befähigt, die für sie geeignete Art des Lernens zu finden und den Weg zu einem immer selbstständigeren Lernen erfolgreich zu gehen.
Regelmässige Lernzielkontrollen beziehen die Fach- und – wenn immer möglich – die Sozial- und Selbstkompetenz der Schülerinnen und Schüler in die Benotung ein und stellen das Erreichen der Ziele sicher.
Italienisch
Unser Ziel ist es, die Freude an dieser europäischen Kultursprache zu wecken. Die fachlichen Ziele bestehen darin, die Anforderungen der Universitäten für ein Italienischstudium zu erfüllen.
Die Auseinandersetzung mit der italienischen Sprache fördert einerseits das logisch-systematische Denken durch den vertieften Spracherwerb und die Analyse von Texten, andererseits die kommunikativen Fähigkeiten, wobei nicht nur Wert auf sprachliche Korrektheit gelegt wird, sondern auch auf die Bereitschaft, andere Denk- und Sichtweisen zu akzeptieren.
Der Mathematikunterricht vermittelt ein intellektuelles Instrumentarium, das ein vertieftes Verständnis der Mathematik, ihrer Anwendungen und der wissenschaftlichen Modellbildung überhaupt erst ermöglicht.
Der Mathematikunterricht schult insbesondere das Abstraktionsvermögen, das exakte Denken, das logische Schliessen, den sachgerechten Einsatz von Hilfsmitteln sowie den präzisen Sprachgebrauch.
Darüber hinaus ermöglicht der Mathematikunterricht positive Erlebnisse durch Einsatz von Zeit und Musse. Er bereitet die allgemeinen Grundlagen, Fertigkeiten und Haltungen für viele akademische Berufe vor, in denen Mathematik eine Rolle spielt.
Der Biologieunterricht leistet einen wichtigen Beitrag an die Erziehung zur Mündigkeit. Er hilft den Schülerinnen und Schülern Stellung zu existentiellen Fragen zu nehmen, wie z.B. Ernährung, Entwicklung, Sexualität, Krankheit, Altern, Tod, Lebensgestaltung.
Durch genaues, zielorientiertes Arbeiten während Versuchen und Projekten wird die Grundlage gelegt für wissenschaftliches Arbeiten.
Die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten lernen grundlegende physikalische Gebiete und Phänomene in angemessener Breite kennen und werden befähigt, Zustände und Prozesse in Natur und Technik zu erfassen, zu beschreiben und die sozialen und ökologischen Auswirkungen technischer Anwendungen kritisch zu beurteilen.
Der Chemieunterricht vermittelt mithilfe von geeigneten Modellen die grundlegenden Kenntnisse über den Aufbau, die Eigenschaften und die Umwandlungen der Stoffe der belebten und unbelebten Natur.
Im 1. und 2. Jahr auf der MAR-Stufe (3. und 4. Klassen) werden das Basis-Sachwissen sowie die fundamentalen Prinzipien dieser Naturwissenschaft vermittelt. In praktischen Experimenten erlernen die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit Messgeräten und Chemikalien und wenden Analyse- und Synthesemethoden an.
Diese Basiskenntnisse werden im Integrationsfach Naturwissenschaft fachübergreifend erweitert und können im Ergänzungsfach im Hinblick auf ein Hochschulstudium vertieft werden.
Die Chemielehrpersonen setzen klare Lernziele. Die Schülerinnen und Schüler sind verpflichtet, Lernzielkontrollen selber durchzuführen.
Im Geografieunterricht lernen die Schülerinnen und Schüler, Landschaften in ihrer Ganzheit zu erfassen und sie mithilfe geografischer Methoden und Kenntnisse zu analysieren. Sie sind in der Lage, sich auf der Erdoberfläche mit ihren vielfältigen Strukturen zu orientieren.
Das Zusammenwirken und die wechselseitige Beeinflussung von Mensch und Natur sind ihnen vertraut. Damit steht die Geografie an der Schnittstelle zwischen Natur- und Humanwissenschaften, so dass sie fachübergreifendes und vernetzendes Denken fördert.
Um exemplarisch geografische Inhalte erlebbar zu machen, stellen Exkursionen einen unabdingbaren Bestandteil des Unterrichts dar.
Die kritische Auseinandersetzung mit Kulturen und deren Geschichte gibt den Schülerinnen und Schülern Einblick in die Mechanismen von Gesellschaft, Politik und Staat. Sie schärft den kritischen Blick für die Gegenwart und trägt zu einer offenen, sozialen und selbstbewussten Persönlichkeit bei.
Durch solide historische Kenntnisse und die Arbeit mit Quellen, Karten, Statistiken, Diagrammen und weiteren Medien erwerben die Maturandinnen und Maturanden die Grundlagen für ein wissenschaftliches Studium.
Neben der fachlichen Qualität werden mittels erweiterter Lehr- und Lernformen und regelmässigen Lernkontrollen die sozialen und personalen Kompetenzen gefördert.
Wirtschaft und Recht als Hilfe im Alltag: Das Grundlagenfach WR sucht Bezüge zur aktuellen oder bald aktuell werdenden Rolle der Schülerinnen und Schüler als Arbeitnehmer, Stimmbürger, Vertragspartner, Konsumenten usw. Sie sollen sich im wirtschaftlich-rechtlichen Alltag dadurch besser zurechtfinden. Sie lernen mit Unsicherheiten umzugehen und sie in ihre Entscheidungen einzukalkulieren.
Wirtschaft und Recht als staatsbürgerliche Allgemeinbildung: Um das Verständnis für ökonomische und rechtliche Zusammenhänge zu erleichtern, greift das Fach vielfach auf vereinfachende Modelle zurück. Neben der Einführung in die wirtschaftliche Methodik wird dadurch auch der Zugang zu den Inhalten der wirtschaftlichen und politischen Alltagspresse für den späteren Stimmbürger erleichtert. Komplexe Zusammenhänge werden klarer.
Wirtschaft und Recht als Ausbildung zur Kritikfähigkeit: Im Unterricht werden Kompetenzen, die weit über die Wissensebene hinausgehen, gefordert und gefördert. Anwendungen, Analyse und Bewertungsaufgaben haben grosses Gewicht. Durch Diskussionen, Podiumsgespräche und Rollenspiele wird kritisches Denken genauso wie der Mut zur Meinungsäusserung gefördert.
Bildnerische Gestaltung ist ein Mittel der Anschauung, der Kommunikation und Reflexion, setzt sich mit Sehen und Sichtbarmachen auseinander und verknüpft individuelle mit gesellschaftlichen Inhalten.
Fragen nach Inhalt, Erscheinung und Funktion der sichtbaren Wirklichkeit sensibilisieren die Wahrnehmung für die vielfältigen Entstehungs- und Wirkungsweisen der Gestaltung.
In seinen Fragestellungen schafft das Fach Bildnerische Gestaltung Verbindungen zu Inhalten anderer Fachbereiche und eignet sich daher für fachübergreifende Projekte.
Interessierte Jugendliche bereitet das Fach für alle Hochschulangebote vor, insbesondere für Studien der Architektur, Kunst und Medienwissenschaften oder für Fachhochschulstudien im Bereich Kunst und Kultur, Medien und Kommunikation, sowie für soziale und pädagogische Berufe.
Sowohl im Grundlagenfach als auch im Schwerpunktfach Musik ist eine individuelle Förderung der Schüler und Schülerinnen möglich. Durch eine breit gefächerte Methodenvielfalt erfährt der Musik-Unterricht eine interessante Rhythmisierung und trägt so zur Bildungsqualität bei.
Bei Belegen des Schwerpunktfaches ist mit einem entsprechend hohen instrumentalen Niveau ein Studium an weiterführenden Musikhochschulen und Konservatorien möglich.
Schüler- und Lehrerkonzerte im Haus sowie Konzerte von auswärtigen Interpreten runden das Bildungsangebot auf eine attraktive Weise ab und wecken so das Interesse für attraktive Konzertereignisse in der Region.